Nomenklatur

Um ein paar Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, möchte ich an dieser Stelle über die Nomenklatur aufklären. Ogg ist nicht der Audio Codec, sondern das Containerformat, in welches auch mp3s, jpegs etc. reingepackt werden können. Vorbis ist der verlustbehaftete Audiocodec aus dem Ogg Projekt!
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Einführung

Bei Vorbis handelt es sich um ein Audio Kompressionsformat ähnlich wie mp3 oder wma, lediglich mit den Unterschieden, dass es eine viel bessere Qualität bietet und nochdazu nicht patentiert und somit uneingeschränkt nutzbar ist. Viele mögen denken, dass mp3 auch frei ist, da es kostenlose Encoder wie LAME gibt. Das ist aber ein Trugschluss, da jeder mp3 Encoder, egal ob frei verfügbar oder nicht, vom Fraunhofer Institut, dem mp3 Patentinhaber unter anderen, lizensiert werden müsste und der Benutzer für dessen Verwendung bezahlen müsste. Deswegen hat Ogg Vorbis meiner Meinung nach erhebliche Chancen sich zu behaupten, da Benutzer und Anbieter nichts zahlen müssen!
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Vorteile von Ogg Vorbis

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Probleme von Ogg Vorbis

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Technisches Knowhow

VBR
Variable Bitrate Modus: Dieser ermöglicht es in eher ruhigen Stellen des Lieds weniger Bits zu verbrauchen und die gesparten für schwer zu enkodierende Stellen zu verwenden. Das Ergebnis ist ein Vorbis File der weniger Platz auf der Festplatte benötigt und hörere Qualität an den Benutzer bringt! Vorbis hat übrigens den besten VBR Modus, den es zur Zeit gibt!
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CBR
Im Gegensatz dazu steht der CBR Modus, Constant Bitrate Modus, der durchgehend dieselbe Bitrate verwendet. Der Nachteil des altmodischen CBR Modus, liegt darin, dass ein weitaus größerer File der möglicherweise schlechtere Qualität bietet erstellt wird, da die höheren Bitraten nicht frei verfügbar waren und die Bits an Stellen verschwendet wurden wo sie nicht gebraucht wurden. Vorbis unterstützt diesen Modus emuliert ab RC4. Jedoch ist CBR, wegen den oben genannten Nachteilen, nur dort vorteilhaft, wo man konstante Bitraten braucht, z.B. bei Internet streams!
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ABR
Der dritte derzeit unterstützte Modus ist der ABR Modus, Average Bitrate Modus, bei dem der Benutzer eine gewünschte Endbitrate vorgibt und der Encoder auf Basis dieser Bitrate frei über die Bits verfügen kann, am Ende jedoch sehr genau die gewünschte Bitrate trifft! Die Qualitätsstufe dieses Modus liegt etwa zwischen CBR und VBR, da bestimmte Nachteile des CBR Modus ausgemerzt wurden und die Vorteile des VBR Modus, jedoch eingeschränkt, da der Ausflug zu größeren Bitraten nicht oft passiert um die Endbitrate zu gewährleisten, genutzt werden!
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Channel coupling (stark vereinfacht!)
Channel coupling, oder auf deutsch Kanalkopplung, bedeutet nicht mehr, als das bei einem Stereosignal beide Kanäle, also rechts und links, auf Gemeinsamkeiten untersucht werden. Wenn sich an bestimmten Stellen die Signale in beiden Kanälen sehr ähneln wird die Information nur einmal encodiert und die Unterschiede notiert um beim Dekodierungsprozess beide Kanäle wieder original getreu wiederzugeben. Dies bringt eine erhebliche Platzersparnis mit sich. Damit gebietet einem auch die Logik, dass channel coupling bei einem Mono Signal, also nur einem Kanal, nicht funktionieren kann!
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Bitrate Peeling (stark vereinfacht!)
Bitrate peeling, leider fällt mir dazu kein exaktes deutsches Wort ein, aber man könnte peeling vielleicht mit herauspellen übersetzen :). Der Sinn dieses Verfahrens besteht darin, ein Audiosignal nur einmal zu kodieren, sagen wir bei etwa 128 kbps. Bei mp3 tut sich nun ein Problem auf, wenn ich diesen 128 kbps file auf der Festplatte hab und ihn auf mein tragbares Abspielgerät transferieren will, das nur über sagen wir 64 MB Speicherplatz verfügt, dann nimmt man normalerweise nicht den 128 kbps file, denn dieser würde natürlich viel zu viel Platz verbrauchen, den man für andere Lieder zur Verfügung haben möchte. Was macht man ? Man dekodiert den mp3 zu wave und kodiert diese wave zu sagen wir 56 kbps. Dabei entsteht ein gehöriger Qualitätsverlust, denn man hat Artefakte, sprich hörbare Fehler die aufgrund der Natur des MP3 Codec hineingekommen sind, aus dem 128 kbps file und dann nochmal Artefakte aus dem zweiten Kodierungsprozess. Dieses Problem wird nun elegant von dem schon vorhin erwähnten bitrate peeling gelöst. Denn es ermöglicht eine verlustfreie Transformation aus dem 128 kbps file zu einem sagen wir 80 kbps oder 64 kbps file. Das heisst man spart sich Zeit den file nochmal zu kodieren und man hat keinen Qualitätsverlust da bitrate peeling verlustfrei arbeitet! Dieses Verfahren wird es nicht im Encoder geben. Es wird eigene Tools dafür geben, die wir frühestens zum 1.1 Release sehen werden!
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Mailing Listen

Es gibt zwei Mailinglisten die sich mit Vorbis beschäftigen. Dort sind auch viele Entwickler unterwegs. Wer also spezielle Fragen hat, die ich aufgrund der einfach gehaltenen Struktur meiner Seite nicht beantworten kann, sollte es umbedingt hier einmal probieren.

Vorbis Mailing Liste, mit allgemeinen Problemen (Software, Fragen zum Format selber etc.)

Vorbis-dev Mailing Liste, die hauptsächlich für Entwickler gedacht ist um sich über technische Feinheiten von Vorbis zu informieren.

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